Der große Treppensteiger Test – Teil 2

Der große Treppensteiger Test

02 Mrz Der große Treppensteiger Test – Teil 2

Die Spannung steigt. Heute machen wir für euch den Praxistest unserer 3 Treppensteiger. Was es zu bemängeln gibt und was TOP ist erfahrt Ihr hier.


Joachim und die Treppensteiger

Der Treppensteiger Test – In der Praxis

Starten wir mit dem ersten Praxistest. Wie schlagen sich die 3 Trolleys Indoor, also bei euch zuhause. Vorbereitet haben wir eine normale Wohnungstreppe aus Holz. Was genau möchten wir testen? Ganz klassisch am Anfang. Ihr geht wie immer am Wochenende einkaufen. Also Trolley geschnappt und los – doch Halt. Wie kommt man galant mit dem Trolley die Treppe runter. Eher schieben oder ziehen?
Dieses Prozedere testen wir mit allen 3 Shoppern. Wie ist das Handling und was ist zu beachten. Kann ich die Tasche eventuell vom Gestell abnehmen um es einfacher zu transportieren? Vorab kann ich bereits sagen, dass ziehen wirklich sehr beschwerlich ist, da der Trolley nachschiebt. Wir haben uns also schnell zum runterschieben entschieden, so habt ihr den Trolley auch immer im Blick.

 

Zum ersten Teil des Treppensteigertests

 

 

Der Trolley Tris von Gimi

Die Dreikranzräder des Gimi sind schön groß. Rüttelt man etwas dran, so stellt man fest, dass diese doch sehr wackelig sitzen. Kann mir vorstellen, dass nach mehrmaligen Gebrauch ein defekt vorprogrammiert ist. Beim herunterschieben stellen wir direkt noch eine eklatante Schwachstelle fest. Der Griff des Gimi ist viel zu kurz. Beim herunterschieben macht ihr immer lange Arme, Stolpergefahr ist gegeben. Bei etwas älteren kann es da zu Stürzen kommen, was ich als sehr gefährlich einstufe. Die Räder sind zwar groß, drehen sich aber nicht sehr gut, das bedeutet mehr Kraftanstrengung, was bei einem Treppensteiger natürlich vermieden werden sollte. Positiv ist der Schaumstoffgriff, der viel Grip bietet um den Trolley sicher zu halten. Die Lärmkulisse ist beim Gimi durch die klapprig sitzenden Räder recht hoch und störend. In einem Mehrfamilienhaus kann da Stress vorprogrammiert sein.
Tris von Gimi

 

Jetzt möchten wir einen Einkauf simulieren. Jeder Trolley wird mit 20 Litern Milch beladen um es überall so gleich wie möglich zu gestalten. Die Auflastung des Gimi gestaltet sich anfänglich als sehr schwierig, da die Tasche in sich nicht verstärkt ist. Sie fällt also immer in sich zusammen und der Deckel klappt zu, nervig. Nach ein paar Litern Milch geht es allerdings.

Durch die Größe der Tasche muss man sich weit runterbeugen, was bei etwas betagteren Herrschaften anstrengend sein kann. Ich bewerte die Größe der Tasche aber als positiv, da wirklich viel rein geht. Gimi hat eine kleine Hecktasche für euer Geldbeutel – mitgedacht.

Ansonsten geht das Beladen schnell von der Hand. Verschlossen wird die Tasche mit Kordelzug und Druckknopf. Der Kordelzug macht einen billigen Eindruck und lässt sich nicht richtig festzurren, der Druckknopf ist ebenfalls nur im Weg.

Die Tasche ist voll und wir gehen die Treppe wieder nach oben. Durch den kurzen Griff und den nicht allzu großen Radstand müsst ihr nicht nur viel Kraft aufwenden sondern das Teil fährt euch auch dauerhaft in die Haken, was nicht nur lästig ist, sondern auch hier Gefahren birgt. Ihr müsst nur einmal ins Straucheln geraten und schon seid ihr die Treppe schneller unten als oben.

 

Vorteile des Gimi

  • Große Tasche
  • Tasche abnehmbar
  • Ein Extrafach
  • Große Räder
  • Weiche Räder

Nachteile des Gimi

  • Tasche schwer zu beladen
  • Ungeschickter Taschenverschluss
  • Tasche schwer abzunehmen
  • Räder sehr laut
  • Gestell zu niedrig
  • Radstand zu klein

 

Fazit: Die Beladung des Trolleys gestaltet sich sehr schwierig. Die Größe der Tasche kann aber überzeugen. Es kann eine Menge verstaut werden. Aufgrund der Materialbeschaffenheit, machen die Räder einen guten ersten Eindruck. Beim Test stellt sich allerdings heraus, dass diese sehr laut sind. Durch den kleinen Radstand fährt man sich immer selbst in die Hacken und für das hinunterschieben ist der Griff zu klein.

Teilweise gut durchdachter Trolley mit viel Luft nach oben.

 

Der Trolley RD6 von Rolser

Beim Rolser wird die Tasche über das Gestell gestülpt und mit Klett unterhalb des Griffes befestigt. Wir starten also mit dem Gang zum Supermarkt. Beim Gang die Treppe runter, macht der Rolser sehr viel Lärm, noch mehr als der Gimi selbst. Das Rasseln der Räder ist dabei kaum zu überhören. Der Griff ist schön lang, leider nicht komplett ummantelt. Bei schwitzigen oder nassen Händen kann man so leichter abrutschen.

Beim Beladen stellen wir gleich die erste Schwachstelle fest: Die Auflagefläche des Gestelles ist viel zu klein für die Tasche. Kurz gesagt, die Tasche ragt über die Auflagefläche hinweg. Zwar ist der Taschenboden mit einer stabilen Sperrholzplatte verstärkt, dennoch sieht es nicht nur unschön aus, sondern das Ladegut kann auch leicht verrutschen.

Beim Befüllen mit den Milchtüten, haben wir genau dieses Problem. Die Rolser fällt nach vorne ab und die Beladung verrutscht. Ebenfalls negativ ist die fehlende Versteifung der Tasche. Eine Beladung ist so nur schwerlich möglich. Sobald die Tasche allerdings etwas gefüllt ist, funktioniert es ganz gut. Da die Tasche nur mit einem Klett am Gestell befestigt ist, löst sich dieser öfters bei Beladung. Das heißt: Schwere Tasche anheben um Klett wieder zu fixieren.
Ein Plus, die Tasche ist abnehmbar. Ihr habt keine Extrafächer, sondern nur das Hauptfach zum Verstauen eures Einkaufs. Verschlossen wird die Rolser mit einem stabilen Kordelzug und einer breiten Taschenklappe. Gefällt mir gut, ist aber natürlich nicht regendicht. Beim Gang die Treppe hoch, macht sich wieder die fehlende Ummantelung des Griffes bemerkbar, speziell bei Gewicht ist das schon lästig. Die Spurbreite beim Rolser ist nicht so groß wie hier eigentlich nötig wäre. Beim Hochziehen fahre ich mir ständig in die Hacken und komme ins Straucheln.

 

Vorteile des Rolser

  • Große Tasche
  • Tasche abnehmbar
  • Tasche gut zu verschließen
  • Abnehmbare Räder
  • Große Räder

Nachteile des Rolser

  • Räder sehr laut
  • Auflagefläche zu klein für die Tasche
  • Griff nicht richtig ummantelt
  • Radstand zu klein
  • Tasche nur schwer abnehmbar
  • Keine Extrataschen
  • Tasche schlecht befestigt

 

Fazit: Für den Preis von 52,68€ muss wesentlich mehr kommen. Tasche und Gestell haben noch sehr viele Defizite und das fahren mit dem Rolser macht nur bedingt Spaß. Einfach die Befestigungsart der Tasche verändern und den Radstand etwas vergrößern. Ebenfalls die Auflagefläche. Zu mickrig für die Tasche. So nicht Rolser.

 

Der Trolley Scala von Andersen

Die Tasche mit dem meisten Pfiff. Sie kann nicht nur mit dem großen Hauptfach trumpfen, sondern ebenfalls mit vielen Extrafächern für das Handy oder die Geldbörse. Insgesamt hat die Milla 49 Liter Volumen bei einem Gewicht von 900 Gramm. Die Tasche wird mit zwei stabilen Klettverbindern am Gestell gehalten und kann jederzeit ganz Easy vom Trolley genommen werden. Der Griff des Gestells ist klappbar, die Auflagefläche allerdings starr, so dass beim Verstauen in der Wohnung schon relativ viel Platz benötigt wird. Das Gestell ist aus Stahl, dafür aber relativ leicht. Die verarbeitenden Materialien sind hochwertig und man merkt schnell dass das Modell Made in Germany ist. Die Räder sitzen fest auf der Achse; Da klappert nix oder bewegt sich hin und her. Die Reifen bestehen aus einem gummierten Hartplastik, die von einer guten Qualität sind.
Andersen Scala Treppensteiger

 

Die Tasche verfügt über einen tollen Tragegriff der mit Klett verbunden ist. Die Tasche selbst wird ebenfalls mit 2 stabilen Kletts geschlossen. Da sitzt alles wo es sein soll. Die Beladung der Tasche gestaltet sich sehr angenehm. Der Taschenboden ist schön dick und mit Stoff ummantelt. Die 20 Liter Milch sind ratzfatz eingeladen und es ist immer noch Platz in der Tasche. Die Tasche ist mit Metallstreben versteift. Das heißt die Tasche fällt beim Beladen nicht in sich zusammen, was speziell an der Kasse sehr nervig sein kann.
Beim runterschieben macht sich der lange Griff bemerkbar. Wirklich alles sehr angenehm und ohne viel Kraftaufwendung möglich. Der Griff besteht aus einem stabilen Hartplastik, der mir allerdings nicht besonders witterungsbeständig vorkommt und auch nicht bruchsicher. Beim Hochziehen macht sich nun doch etwas der Stahl bemerkbar, es geht schon etwas schwerer. Was allerdings bemerkenswert ist, das ist der breite Radstand. Ihr fahrt euch nicht wie bei den anderen Modellen in die Hacken sondern es lässt sich angenehm navigieren.

 

Leider sind auch diese Räder sehr laut im Praxistest, das lässt sich wohl nicht ganz vermeiden.

Vorteile des Andersen Scala

  • Große Tasche
  • Tasche abnehmbar
  • Tasche gut zu verschließen
  • Ummantelter Taschenboden
  • Abnehmbare Räder
  • Leichtlaufende Räder
  • Griff einklappbar
  • Stabiles Gestell

Nachteile des Andersen Scala

  • Schweres Gestell
  • Auflagefläche nicht einklappbar
  • Gestell nicht hoch belastbar
  • Kleine Räder

 

Fazit: Das Modell von Andersen lässt sich durch die Versteifung ganz einfach beladen. Um euch das Leben leichter zu machen, könnt ihr die Tasche schnell abnehmen. Die Räder sind schön groß, ebenso wie das Gestell. Das Hochziehen geht so fast von ganz alleine. Leider ist die Auflagefläche des Scala nicht abnehmbar, so dass es bei Nichtbenutzung viel Platz schluckt. Mit 84,95€ ist der Andersen der teuerste im Test.

 

Das Siegertreppchen

 

Gesamtfazit: Alle Trolleys haben Ihre Vor- und Nachteile. Für mich ist der Trolley von Andersen allerdings der Gesamtsieger. Seine Räder sind groß und stabil. Das Gestell ist sehr solide und die Tasche ist mit Ihren vielen Fächern besonders imposant. Sie lässt sich ganz Easy vom Gestell abnehmen. Für den Preis dürft ihr Qualität erwarten und die wird euch auch geleifert. Mit 3 Jahren Herstellergarantie könnt ihr nichts verkehrt machen.
Bei Platz zwei und drei musste das Fotofinish entscheiden. Das Gestell des Rolser ist größer und somit einfacher zu handeln. Speziell beim Treppen runterschieben konnte er überzeugen. Beim Gimi muss man mehr darauf bedacht sein nicht zu stolpern um Bereich Zieh- und Schiebkomfort also noch erheblich Nachholbedarf. Der Gimi hat zwar eine größere Tasche, doch aufgrund einer fehlenden Versteifung ließen sich sowohl die Rolser wie auch die Gimi schlecht beladen.

 

Ihr habt noch Fragen oder wollt uns Eure Erfahrungen mitteilen? Schreibt uns doch in den Kommentaren.

Euer Joachim + Team

 

 

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